Liste der Formgestalter

Formgestalter, die fur das Altwerk V im Zeitraum zwischen 1932 und 1970 tatig waren:

. Robert Richter (* 1874 † 1950)
. Max Renner (* 1910 † 1999)
. Erwin Berbalk (* 1899 † 1970)
. Carl Graser (* 1887 † 1947)
. Albert Siegmund (* 1891 † 1976)
. Adolf Hausmann (* 1920 † 1994)
. Hermann Leffler (* 1878 † 1954)
. Fritz Waneck (* 1896 † 1975)
. Karl Kemedinger (* 1897 † 1964)
. Erich Leib (* 1927 † 1992)
. Margot Buchmann (* 1936 † 1986)
. Peter Dietrich (* 1935)
. Werner Winkler (* 1909 † 1999)
. Lieselotte Kantner (* 1923)
. Reinhard Richter (* 1936)
. Ilse Decho (* 1915 † 1978)
. Margarete Jahny (* 1923 † 2016)
. Christa Rotting (* 1929 † 2019)
. Hubert Petras (* 1929 † 2010)
. Doris Petras (* 1930 † 1991)
. Hubert Winkler (* 1941 † 2016)
. Helmut Kittner (* 1932 † 2002)
. Karl Kleinteich (* 1931)

Formgestalter, die fur das Neuwerk im Zeitraum zwischen 1973 und 2000 tatig waren:

. Gunther Pucher (* 1932)
. Hans-Joachim Schirrmeister (* 1944 † 1992)
. Ilse Decho (* 1915 † 1978)
. Peter Smalun (* 1939)
. Jutta Schulz (* 1947)
. Werner Winkler (* 1909 † 1999)
. Wilfried Kuhn (* 1932 õ 1988)
. Horst Gunther (* 1923 † 2007)
. Heidi Rosemann (* 1941)
. Lutz Kirschmann (* 1955)
. Rose-Maria Techel (* 1941)
. Beate Stephan (* 1955)
. Birgit Fischer (* 1961)
. Karla Meyer (* 1962)
. Gunhild Dittmar (* 1956 † 2016)
. Werner Uhl (* 1943 † 2007)
. Antje Dietrich (* 1965)
. Steffen Schroter (* 1957)
. Ambrogio Rossari (* 1943)
. Ulrike Papenfuss (* 1963)
. Prof. Hans Theo Baumann (* 1924 † 2016)
. Victor Colani (* 1933)
. Bettina Lotz (* 1959)
. Heinz Brautigam (* 1950 † 2019)

Biografien einiger Formgestalter

Margot Buchmann

Margot Buchmann wurde am 22. September 1936 in Groß Kunzendorf geboren. Neue Heimat der Familie Buchmann wurde nach dem zweiten Weltkrieg die Stadt Gehren. Am 1. März 1954 trat Margot Buchmann als Formgießerin in die Ilmenauer Porzellanfabrik "Graf von Henneberg" ein. 1956 entwirft sie eine Henkelvase mit der Formnummer 1027. 1960 zog sie als verheiratete Margot Schilling nach Suhl, wo sie zuerst in der Julius-Fucik-Str. 1 und ab 26. Mai 1967 in der Julius-Fucik-Str. 7 wohnte. Am 3. Juli 1986 starb Margot Schilling im Alter von nur 49 Jahren in Suhl.

Victor Colani

Victor Colani wurde 1933 als jüngerer Bruder von Luigi Colani in Berlin geboren. Eine frühe Begabung als Maler und Zeichner wurde ihm wahrscheinlich von seinem Vater, einem Filmarchitekten und Kunstmaler, in die Wiege gelegt.
Nach einem Maschinenbau-Studium nahm Victor Colani in den 1960er Jahren für längere Zeit eine leitende Position in der Textilindustrie ein und unterstützte den Aufbau von Axel Springer in Berlin als kreativer Bauleiter. Anfang der 1970er Jahre verlegte er seinen Lebensmittelpunkt von Berlin nach Norderstedt, wo er in das von einem Freund gebaute und gerade fertig gestellte Herold-Center einzog. Hier war er weiterhin als Designer für die Textilindustrie tätig und gestaltete außerdem Teile für die Autoindustrie, wie den "Jetbag" (Dachbox). Freiberuflich entwarf er Geschirr, schmiedeeiserne Kunstobjekte, Muster für Gardinen und Innendekorationen.
Für Graf von Henneberg Porzellan gestaltete Victor Colani die Formen ‚Cult’ und ‚Balance’. Victor Colani lebt heute zufrieden mit seiner Frau im Alten- und Pflegeheim "Rosengarten" Norderstedt bei Hamburg.

Peter Dietrich

Peter Dietrich wurde am 7. Mai 1935 in Rummelsburg geboren. Sein Studium zum Keramiker absolvierte er von 1953 bis 1956 an der Fachschule für angewandte Kunst in Sonneberg. Erfahrung als Modelleur sammelte Peter Dietrich 1957 im Ilmenauer Porzellanwerk ‚Graf von Henneberg’, wo sein Kakaoservice LEILA jedoch nicht in die Serienproduktion ging.
Von 1958 bis 1963 absolvierte Peter Dietrich ein weiteres Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, welches er mit Staatsexamen als Diplom-Formgestalter für Keramik abschloss. Neben seinem Studium wurde er als jüngster Dozent an die Ingenieurschule Hermsdorf gerufen. Nachdem ihm 1963 die Leitung einer Kunsttöpferei in Velten übertragen wurde, leitete er eine Reihe von umfassenden Modernisierungsmaßnahmen ein, um diesem seinerzeit veralteten Betrieb ein Fortbestehen zu ermöglichen.
Ab 1965 arbeiteten Peter Dietrich und seine Frau, die Keramikmalerin Anni Dietrich (* 11. März 1937 in Wendorf-Horst / † 1. Oktober 2017), freischaffend als Mitglieder im VBK und ab 1969 in ihrem eigenen Keramikatelier in Falkensee, wo u. a. Baukeramik-Entwürfe, Keramikwandbilder sowie Entwürfe für Trinkbrunnen entstanden. Darüber hinaus war Peter Dietrich mit seiner Kunstfertigkeit maßgeblich am Erhalt der Friedenskirche in Sanssouci beteiligt.

Adolf Hausmann

Der Modelleur Adolf Hausmann wurde am 12. November 1920 in Boreslau (Kreis Teplitz-Schönau) geboren. Er besuchte die Staatsschule für Keramik und verwandte Gewerbe in Teplitz-Schönau und absolvierte dort eine Ausbildung zum Modelleur. Seinen Kriegsdienst leistete Hausmann vom 1. September 1940 bis zum 8. Mai 1945.
Am 1. April 1945 ehelichte er in Schallau (Kreis Teplitz) die vier Jahre jüngere Ilse Mladek. Infolge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei musste das Paar kurz darauf seine Heimat verlassen und Hausmann trat am 1. Oktober 1945 eine Stellung als Modelleur in der Graf von Henneberg - Porzellanfabrik in Ilmenau an.
Das erste Kind, Wolf Peter, wurde am 24. Januar 1946 in Ilmenau geboren. Schon am 28. März 1946 ließ sich Hausmann ein Arbeitszeugnis ausstellen, da er beabsichtigte, sich in Westdeutschland zu bewerben. Er beendete daher sein Arbeitsverhältnis, kehrte jedoch am 23. April 1946 wieder in den Betrieb zurück. In Ilmenau wohnhaft war die junge Familie Hausmann in der Lindenstraße 57.
Im Juli 1948 kündigte Hausmann schließlich endgültig sein Arbeitsverhältnis in Ilmenau und übersiedelte mit der Familie am 24. Juli nach Worms, um dort am 26. Juli in der neu entstandenen Terra-Sigillata-Manufaktur als Modelleur tätig zu werden. Der Zuzug aus der SBZ musste zuvor durch die Flüchtlingskommission genehmigt werden. Diese Genehmigung war wiederum vom Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung abhängig. Hausmann meldete sich seinerzeit auf ein Stellenangebot, welches Fabrikdirektor Willi Jizba in der Fachzeitschrift ‚Die Schaulade’ ausschrieb, da er in Worms keine geeigneten Fachkräfte fand. Für den schnellen Erhalt der notwendigen Aufenthaltsgenehmigung betonte Direktor Jizba gegenüber dem Wormser Oberbürgermeister, dass Hausmann unentbehrlich für die Inbetriebnahme der Manufaktur sei und bat um Zustimmung für die Einstellung, da hiervon die Aufnahme der Produktion abhinge.
Weil Hausmann sich das Fahrgeld leihen musste und ohne jegliche Barmittel in Worms ankam, wurde ihm der Vorschuss von 150 DM gewährt. In Worms entwarf er nun bei einem Monatsgehalt von 300 DM zierkeramische Objekte und Gebrauchskeramik nach römischen Vorbildern. Wohnhaft war die Familie Hausmann in Worms zuerst in der Gottliebenstrasse 20 und später in der Hochheimer Str. 56. Am 27. Juni 1951 wurde Tochter Brigitte Maria geboren. Kurz zuvor, am 31. März 1951, schied Hausmann aus dem städtischen Dienst aus, nachdem die Manufaktur in Privatbesitz überführt wurde. Das Arbeitszeugnis aus jener Zeit spricht ihm ein uneingeschränktes Lob für seine Tätigkeit aus und spricht von ausgezeichneter Arbeit, die entscheidend zum Gedeihen des jungen Unternehmens beitrug.
1952 zog Hausmann mit seiner Familie nach Schwaz in Tirol (Husslstr. 21), wo er fortan in der dortigen Wechsler-Tirolkeramik - Manufaktur wirkte und sich später mit einer eigenen Keramikwerkstatt selbstständig machte. Adolf Hausmann starb im Jahr 1994. Am 13. November 2013 verstarb sein Sohn Wolf Peter und am 15. Mai 2016 Ehefrau Ilse.

Lieselotte Kantner

Die Designerin und Dekorgestalterin Lieselotte Kantner wurde am 27. November 1923 in Breslau geboren. Nach dem Besuch der Fachschule für angewandte Kunst in Sonneberg und einer einjährigen Ausbildung in der Porzellanfabrik Köppelsdorf, arbeitete Lieselotte Kantner ab 1950 am Institut für industrielle Formgebung an der Hochschule in Berlin-Weißensee und wurde ab 1952 Leiterin der Abteilung Keramik am Institut für angewandte Kunst in Berlin. 1957 entwarf sie für das Ilmenauer Porzellanwerk "Graf von Henneberg" ein Kaffeeservice. 1959 verließ Lieselotte Kantner die DDR und wurde Designerin und Dekorgestalterin für den gesamten Materialbereich der Melitta-Werke in Minden. Ein Großteil der in den kommenden 20 Jahren in Rahling produzierten Porzellan und Steingutservice aber auch Vasen, Schalen usw. gehen auf ihre Form- und Dekorentwürfe zurück.

Helmut Kittner

Der Modelleur Helmut Kittner wurde am 10. November 1932 geboren. Er starb am 26. Februar 2002 in Ilmenau.

Karl Kleinteich

Der Modelleur Karl Kleinteich wurde am 23. November 1931 in Unterpörlitz geboren und begann seine Ausbildung zum Modelleur am 4. Oktober 1948 im Porzellanwerk "Graf von Henneberg" in Ilmenau.

Hermann Leffler

Der Porzellanformer Hermann Leffler wurde am 2. April 1878 in Unterpörlitz geboren, wo er zeitlebens wohnte und am 16. Oktober 1954 starb.

Bettina Lotz

Bettina Lotz wurde 1959 in Meiningen (Thüringen) geboren. Von 1986 bis 1987 absolvierte sie an der Kunsthochschule Dresden ein Abendstudium im Bereich Malerei und Grafik. Dem schloss sich ein weiteres Studium an der Hochschule für Kunst und Design in Halle an, welches sie 1993 als Diplomdesignerin abschloss.
Als freiberufliche Künstlerin arbeitete Bettina Lotz seitdem in Erfurt und Waldeck am Edersee. Es folgten Ausstellungen in Coburg, Eisenach, Hamburg, Jena, Erfurt und Brüssel, sowie Messebeteiligungen in Berlin und Köln.
Für Graf von Henneberg Porzellan Ilmenau gestaltete sie das Schreibset HOMES COLLECTION.

Hubert Petras

Hubert Petras wurde am 9. Oktober 1929 in Kniesen (Slowakai) geboren. Von 1948 bis 1950 absolvierte er eine Lehre als Scheibentöpfer in den Keramischen Werken Kröpelin. In Wismar studierte Hubert Petras anschließend bis 1953 an der Fachschule für angewandte Kunst. Während seines Studiums war er vom 8. bis 31. Juli 1952 Volontär in der Ilmenauer Porzellanfabrik Graf von Henneberg.
Ein weiteres Studium im Bereich Baukeramik und Plastik absolvierte Hubert Petras von 1953 bis 1958 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Danach war er bis 1960 künstlerischer Leiter der Porzellanmanufaktur Rudolstadt-Volkstedt. Zwischen 1960 und 1964 erfolgten Gestaltungsarbeiten für verschiedene Porzellanwerke, wie Lichte-Wallendorf, Lichte, Unterweißbach und Ilmenau.
Ausstellungen zur Messe in Leipzig sowie zur 5. Deutschen Kunstausstellung in Dresden folgten. Die Kritik an seinen Werken infolge der Formalismusdebatte 1962 führte zu einem Ausstellungsverbot.
1965 wurde Hubert Petras an die Burg Giebichenstein als Lehrer in der Grundlagenausbildung im Fachbereich Gefäßgestaltung berufen. Er baute Kontakte zur Keramik-, Plast- und Sanitärindustrie auf, entwickelte Produkte für diese und war Mitglied in den Gutachterausschüssen Plast- und Haushaltswaren und
Sanitärindustrie.
Ab 1975 betreute Hubert Petras auch Diplomarbeiten und erhielt 1984 eine Dozentur für Gefäßgestaltung. 1995 schied er aus dem Hochschuldienst aus. Hubert Petras erlag am 19. August 2010 den Folgen eines Schlaganfalls und fand am 26. August 2010 seine letzte Ruhestätte auf dem Gertrudenfriedhof in Halle an der Saale.
Hubert Petras wohnte während seines Wirkens in Ilmenau mit seiner Ehefrau Doris Petras in der Erfurter Str. 18.

Robert Richter

Der Modelleur Robert Richter wurde am 14. April 1874 in Obergeorgenthal (Bezirk Brüx / Böhmen) geboren. In der Ilmenauer Porzellanfabrik war Richter erstmals von 1894 bis 1899 als Modelleur tätig.
Inzwischen in Nürnberg als Modelleur beschäftigt, ehelichte er am 8. August 1905 in Kaaden, die am 8. Oktober 1878 geborene und in der Heiligengasse 5 wohnhafte Rosa Franziska Schubert. Richter arbeitete bald darauf freischaffend in seinem "Atelier für Keramik" in Kaaden, wo er für Bauer & Pfeiffer in Schorndorf, für die Porzellanfabrik in Moschendorf und für die Porzellanfabrik W. J. Hermann in Brüx Modelle entwarf.
Am 14. August 1907 beauftragte ihn die Ilmenauer Porzellanfabrik mit der Anfertigung neuer Modelle, wobei er unter Androhung einer Konventionalstrafe von 1000 Mark zu Diskretion und Vertraulichkeit bei der Ausführung verpflichtet wurde. Die Übergabe der entworfenen Modelle erfolgte am 5. März 1908 auf der Leipziger Frühjahrsmesse, wo
Richter zugleich der Posten des 1. Modelleurs in Aussicht gestellt wurde. In seinem daraufhin verfassten Bewerbungsschreiben bat Richter aus "gewissen Gründen" um eine baldige und dauerhafte Anstellung. Am 15. September 1908 trat Richter schließlich den in Aussicht gestellten Modelleursposten an, wobei er einen jährlichen Erholungsurlaub von 8 Tagen und ein Monatsgehalt von 225 Mark mit Fabrikdirektor Theodor Albrecht aushandelte.
Der 1. Weltkrieg unterbrach seine Tätigkeit. Richter kündigte am 13. August 1914, diente vom 15. Juni 1915 bis zum 10. November 1918 im Felde und kehrte am 15. Januar 1919 wieder in den Betrieb zurück. Wegen Mangel an Arbeit gab Richter am 31. März 1922 seine Stelle als Modelleur in Ilmenau auf. Eine Beurteilung aus jener Zeit beschreibt ihn als einen soliden und anständigen Menschen, als brauchbaren Modelleur, der stets sauber arbeitet.
Seine Heimatstadt Kaaden war nun Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei und Richter somit tschechoslowakischer Staatsangehöriger. An seiner neuen Arbeitsstelle in der "Fabrik für technisches Porzellan" in Abo (Finnland) erfuhr Richter im Januar 1925, dass in der Ilmenauer Porzellanfabrik seit seinem Weggang kein Modelleur mehr angestellt war, man nun jedoch für die Schaffung neuer Modelle einen solchen wieder suche. Direktor Albrecht war am 16. Februar 1923 verstorben und der neue Fabrikdirektor Max Steger vermochte in Deutschland trotz Annoncen im "Sprechsaal" und genügend Offerten nur einige ältere Modelleure zu finden, die später wegen Wohnungsmangel auf eine Annahme verzichteten. Daher wurde Richter gebeten, sobald wie möglich in die Ilmenauer Porzellanfabrik zurückzukehren. Nur er sei mit den Fabrikationsverhältnissen vertraut und könne geeignete Modelle fertigen. Richter hatte in Abo wohl eine gute Stelle, sehnte sich aber trotzdem wieder nach der Heimat zurück. Er war jedoch an die Einhaltung der Kündigungsfrist seines Jahreskontrakts in Abo gebunden, wodurch der Wiedereintritt in die Ilmenauer Porzellanfabrik erst am 1. Juni 1925 erfolgte. Für den Erhalt einer Einreiseerlaubnis nach Deutschland war beim Deutschen Konsulat in Abo die schriftliche Fürsprache der Kreisdirektion Arnstadt, als auch die persönliche Vorsprache Richters erforderlich.
Während seiner Rückreise über Stockholm, Kopenhagen und Berlin begutachtete Richter auf Wunsch von Direktor Steger in maßgebenden Firmen, bei Vertretern und in Warenhäusern ausgiebig die Neuheiten an Dejeuners, Vasen und Dekoren. Für seine Rückkehr machte Richter, der in seinem Privatraum in der Universitätsgatan 13 B noch eine alte Drehscheibe aus der Konkurszeit aufbewahrte und zu diesem Zeitpunkt bereits allein lebte, gegenüber Direktor Steger eine 2- bzw. 3-Zimmer-Wohnung innerhalb eines zweistöckigen Neubaus am Hangeberg sowie eine anteilige Übernahme der Umzugskosten von Kaaden nach Ilmenau zur Bedingung.
Nach seiner Ankunft in Ilmenau wurde Richter jedoch zunächst ein Quartier beim Porzellanmaler Willi Leffler im Krankenhausweg 2 zugeteilt. Bis zu seinem Ruhestand am 31. Januar 1947 gestaltete Richter eine Vielzahl von Service- und Zierporzellan-Formen. Außerdem entwarf er 1936 die bekannte Graf von Henneberg Porzellan - Bodenmarke. Robert Richter starb am 5. Februar 1950 in Ilmenau. Ehemalige Wohnadressen von Richter in Ilmenau waren über die Jahre:
1896 Lindenstr. 38,
1911 Sedanstr. 7,
1914 Amtsstr. 3,
1922 Markt 5,
1929 Unterpörlitzer Str. 2,
1932 Neue Str. 21,
1938 Gabelsberger Str. 16,
1950 Lindenstr. 24.

Heidi Rosemann

Die Keramikerin und Gefäßgestalterin Heidi Rosemann wurde am 25. September 1941 in Ilmenau geboren. Zwischen 1956 und 1959 absolvierte sie eine Lehre als Modelleur bei "Schaubach Kunst" in Lichte-Wallendorf und anschließend bis 1962 ein Studium an der Ingenieurschule für Keramik in Hermsdorf, welches sie als Diplomgefäßgestalter abschloss.
Von 1962 bis 1965 war Heidi Rosemann als Gefäßgestalter und Leiter der Modellabteilung im VEB Porzellanwerk Könitz tätig und danach als Gefäßgestalter im VEB Porzellanwerk Kahla.
Von 1976 bis 1985 wurde Heidi Rosemann nebenberuflich auch als Designer für Plastgefäße tätig. Ihr Grundlagenstudium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle schloss sie 1977 ab, 1980 folgte ein Studienaufenthalt im ‚Keramikstudio’ Kecskemét in Ungarn und 1984 wurde sie Mitglied im VBK.
1985 nahm Heidi Rosemann ihre freiberufliche Tätigkeit als Designer in Jena auf. Nach einem Arbeitsaufenthalt als Designer in Nueva Gerona (Cuba) 1988 war sie bis 1991 Lehrbeauftragte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle. 1991/1992 folgte ein weiterer Lehrauftrag im "Instituto Superior de Diseño Industrial" in C. Habana (Cuba) sowie ein Arbeitsaufenthalt im Keramikwerk Nueva Gerona (Cuba).
Seit 1990 ist Heidi Rosemann freiberuflich in der thüringischen Töpferstadt Bürgel tätig. Im Porzellanwerk Kahla war Heidi Rosemann u.a. am Entwurf der Formen "Andante", "Duett" und "Tonika" beteiligt. Für den VEB Henneberg-Porzellan Ilmenau gestaltete sie zusammen mit Lutz Kirschmann die Form "Apoll".

Ambrogio Rossari

Ambrogio Rossari wurde 1943 in Salò (Italien) geboren. 1966 absolvierte er mit Diplom ein Industriedesign-Studium an der Hochschule für industrielle Gestaltung in Venedig. Im Jahr 1970 graduierte er am Institut für Gestaltung des Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago mit einem Master-Abschluss in Produktdesign.
Seine freischaffende Tätigkeit begann Ambrogio Rossari im Jahre 1971 als Designer für italienische und ausländische Unternehmen der verschiedensten Branchen (Haushaltsgeräte, Küchenzubehör, Lampen, Badaccessoires, Porzellan- und Kunststoffartikel). Darüber hinaus widmete sich Ambrogio Rossari dem Entwurf von Messeständen und dem Grafik-Design. Er organisierte und kuratierte Ausstellungen, seine Arbeiten wurden mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt und er hielt Kurse und Vorträge zu Design an Hochschulen im In- und
Ausland. Für Graf von Henneberg Porzellan gestaltete Ambrogio Rossari die Form ‚Grazia’.

Jutta Schulz

Die Keramikdesignerin Jutta Schulz, geboren am 28. Juli 1947 in Schrepkow / Ostprignitz, absolvierte zunächst von 1962 bis 1966 eine Lehre als Maurerin mit Abitur. Von 1966 bis 1971 studierte sie Gefäßgestaltung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung (HIF) in Halle an der Saale und diplomierte 1972 bei Hans Merz.
Nach einem Zusatzstudium an der Iparmüveszeti Föiskola Budapest sowie einer einjährigen Aspirantur an der HIF wirkte Jutta Schulz von 1974 bis 1980 im VE WTK Meißen. Dort entwarf sie zahlreiche innovative Geschirrformen für die gesamte DDR-Porzellanindustrie, so u.a. 1977 für den VEB Henneberg-Porzellan Ilmenau die Jubiläumsform "Iris" und 1978 das Porzellanservice "Poesie" für den VEB Porzellanwerk Freiberg. Ab 1980 arbeitete sie dann freischaffend in Stendal. Jutta Schulz ist Mitglied im Verband bildender Künstler, lebt in
Stendal und leitete von 1995 bis zu ihrem Ruhestand 2012 zahlreiche Kunstkurse an der dortigen Musik- und Kunstschule "Adam-Ileborgh-Haus".

Albert Sigmund

Der Modelleur Albert Sigmund wurde am 30. April 1891 in Goldlauter (Kreis Suhl) geboren. Er wohnte 1950 im Ilmenauer Ortsteil Roda in der Dorfstraße 1. Am 18. Juli 1976 starb Albert Sigmund in Ilmenau.

Beate Stephan

Beate Stephan wurde 1955 geboren. Ihr Studium zur Diplom-Formgestalterin absolvierte sie von 1976 bis 1981 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle an der Saale. Nach ihrem Studium wirkte Beate Stephan als Formgestalterin für das WTK Meißen.
Seit 1990 ist sie freischaffend und betreibt mit ihrem Ehemann, dem Diplom-Designer Bernd Stephan, in Dresden ein eigenes Unternehmen für Grafik und Design.
Darüber hinaus gab Beate Stephan für die Berufsfachschule und die Handwerkskammer Dresden als Dozentin Kurse, in denen sie u.a. Mediengestaltern Gestalterische Grundlagen und Wissen zu Grafikdesign vermittelte.

Hubert Winkler

Hubert Winkler wurde am 12. Januar 1941 als erster Sohn des Modelleurs Werner Winkler geboren. Nach seiner Ausbildung an den Fachschulen in Sonneberg und Hermsdorf entstanden erste Formentwürfe für die Porzellanfabrik Graf von Henneberg in Ilmenau. Zusammen mit seinem Vater gestaltete er 1973 HELENA als erste Form für die Produktion im Neuen Ilmenauer Porzellanwerk (NPI). Kurz darauf gab er seine Arbeitsstelle in Ilmenau auf und wirkte als Modelleur bis 1990 im Atelier seines Vaters in Gräfenthal. Hubert Winkler starb am 6. Oktober 2016.